Knäckebrot

»Nennen Sie mich einfach Knäckebrot. Jonathan Maria Reform-Knäckebrot. Mein richtiger Name tut nichts zur Sache.«

Sprachs und verschwand um die Ecke in der Dunkelheit. Zurück blieb ich und hielt den schweren Briefumschlag in der Hand, der die Stasi-Akte der fetten Verkäuferin aus der Feinkostabteilung bei Strohgold & Sohn enthalten sollte.

Zitternd rissen meine Hände am braunen Natronpapier, beinahe hätte ich den Inhalt des Umschlages in der nach Urin stinkenden Bahnunterführung verteilt.

Alles begann an einem Samstagvormittag, als ich noch schnell zu Strohgold & Sohn reinging, um burmesische Spargelsprossen zu besorgen. Ein Abendessen mit meiner notorisch notgeilen Literaturagentin Anne-Amalie stand an. Und sie stand tierisch auf diese neue asisch-vegane Minimalküche, bei der man nur Sachen aß, die von asiatischen Kleinkinderhänden unter der unbarmherzigen Sonne Südostasiens sowie der Knute von aus Peking gesteuerten Militärdiktaturen geerntet worden waren. Geschmacklich der letzte Schrei in den Kochsendungen von ARD und ZDF. Auf mich stand sie nicht.

Die fette Verkäuferin hatte schon höhnisch grinsende Blicke auf mich regnen lassen, während ich noch in der Schlange in der Feinkostabteilung anstand, um mir das nervige Jaulen eines vor mir dran seienden Alt-Hipsters anhören zu müssen, der partout keine sizilianischen Zwerg-Avocados kaufen wollte, sondern nur welche aus der Region um Potenza. Naja, vom Anblick her hatte der zumindest keine Typberatung zwecks seiner Schuhe nötig. Die waren aus feinstem Baumwoll-Imitat.

Als ich dann endlich dran war, spritzte die fette Verkäuferin nur heraus: »Gehen Sie weiter, verschwinden sie, an Kommunistenversteher wie sie verkaufen wir hier nichts. Sie rote Schweinebrut …«

So, als ob sie sich die ganze Zeit meiner Anwesenheit in der Warteschlange ganz genau schon wusste, was sie sagen will.

Warum nur?

Knäckebrot – seinen Namen wusste ich damals noch nicht – hatte in der Schlange hinter mir gestanden und mich im Tumult und den Schreien nach »Aufhängen, aufhängen, vergasen, Kommunistenschwein …« und so weiter an der Schulter gepackt und unauffällig aus dem Laden geschoben, während die Feinkost-Theke vom Mob geplündert wurde und von der Dicken nichts mehr zu sehen war.

Hatte ich einmal unbedacht vor mich hin geplappert? Wurde ich belauscht? Vielleicht an einem dieser vielen Morgen, an denen ich immer zum Teich im nahen Stadtpark ging und die Wildenten fütterte? Mit den Wildenten flüsterte ich nur, aber ich hatte ihnen mit der Zeit Namen gegeben. Die von sowjetischen Politikern aus alten Zeiten. Der alten Zeiten wegen.

Die fette Verkäuferin ging immer – jeden Morgen – so kurz vor Acht durch den Park, um ihre Arbeit bei Strohgold & Sohn anzutreten. Eigentlich nahm ich sie nur am Rande wahr. Fraß Molotow dem armen Trotzki mal wieder die Krumen weg und biss ihm auch noch fies in den Hals, dann musste ich überparteilich dazwischen gehen. Ab und zu erwischte ich Molotow auch und verpasste ihm einen Kick, dass er ins Wasser flog. Mein persönlicher Rekord lag bei ca. drei Metern. Aber das Vieh rappelte sich immer wieder auf und ging sofort wieder dazwischen. Wenn Trotzki nicht in der Nähe war, mussten meist Beria oder Radek dran glauben. Stalin hielt sich immer vornehm abseits und beteiligte sich nie an den Futterkämpfen. Beria und Molotow brachten ihm immer was, bevor sie selbst fraßen. Er schien der Chef zu sein.

Bei der zweiten oder dritten Begegnung im Park, kam sie auf einmal an die Bank, auf der ich saß, und presste mit tiefrotem Hals und irre kichernd heraus, ob sie denn fressen würden, die Enten. Ich hatte nur erwidert, sie brauche keine Sorge zu haben, in der Feinkosttheke würde genug Zeug auf sie warten, was sie wahrlich viel schneller noch fetter werden ließe, wenn der Strohgold-Sohn mal nicht hinschaue. Von dem die ganze Stadt wusste, dass er hinter ihr her, jedoch mit einer chronisch nässenden Akne gezeichnet war. Auch schon nahe der Siebzig, aber der alte Strohgold Senior wollte den Salatlöffel einfach nicht aus der Hand geben. Protestantisches Pflichtgefühl eben. So wie unsere eiserne Kanzlerin.

Zurück kam nur ein spitzes Schniefen, was sich fast wie »unerhört, das wird man noch sagen dürfen, wo leben wir denn hier, dass ist seit 89 ein freies Land, ich kann sagen was ich will und wo ich will und überhaupt, Stasischwein etc. blabla … anhörte. Ich hörte nicht wirklich hin. Stalin hatte sich unvermittelt Radek gegriffen und zog dem Armen jede Schwanzfeder einzeln aus. Molotow sprang drumherum und feuerte Stalin an.
Zurück zur Akte. Was ich über die Fette aus der Feinkostabteilung las, verschlug mir den Atem. Die Fette aus der Feinkostabteilung war zu früheren Zeiten Liedermacherin gewesen. In der DDR. Als ich ihren Namen las, fiel es mir auch wieder ein: Jaskolka Stuhlenwurßt. Schwer in Mode unter den Dissidenten. So eigentlich jeder politische Häftling in Bautzen und anderswo pfiff verbissen Lieder von ihr vor sich hin durch die zerschlagenen Zähne, wenn die politische Haft mal wieder die Sinnlosigkeit allen freiheitlich-demokratischen Bemühens aus sich selbst heraus manifestierte. Und der Freikauf in den Westen auf sich warten ließ. Las man nach der Wende in jeder Zeitung.

Gedichtet hatte sie immer in schweren Jamben, selbst vertont von ihr mit einer dreiviertelgroßen Zither aus dem Erzgebirge, auch Kumpel-Sirene (oder auch »Sterbender Kanarienvogel«) genannt. Berühmt-berüchtigt war ihre direkt-vulgäre Sprache, sobald es an den Klassenfeind ging.

Nach der Wende hatte erst einmal niemand Bedarf nach ihrem Werk. Künstlerisch sowie didaktisch wertlos. Sie verschwand schon ab Anfang der Siebziger aus den Liederbüchern der Grundschulen, in denen ihr Name früher so zahlreich vertreten war. Man hatte seinerzeit gemunkelt, Honecker stehe auf sie und man habe sie deswegen in den 1950er Jahren aus der hessischen Provinz in das bessere Deutschland gelockt. Sie fiel bald darauf in Ungnade. Spätestens dann, als Margot Honecker ihre Vorliebe für stahlblaue Frisuren übernahm und somit Stellung bezog, wer die erste Frau an der Seite Erichs wirklich war.

Mit den Jahren verblasste die Begeisterung der Fetten aus der Feinkostabteilung für das neue Deutschland, vor allem, da Erich Honeckers Energie nun voll und ganz für den Aufbau des Sozialismus benötigt wurde, nachdem der Spalter Ulbricht beseitigt worden war. Peinliche Intrigen von Seiten Günter Mittags, Erich Mielkes und dem DDR-Verband für Korrektes Zitieren klassischen Liedgutes (die »Gewandhaus-Bande«) zeitigten ein Übriges.
Die Fette aus der Feinkostabteilung nutzte einen ihrer vielbeliebten Auftritte vor westdeutschen Werktätigen, um ihrem Frust freien Lauf zu lassen. An jenem denkwürdigen Weihnachtsabend im Jahre 1976 in der Gäuhalle von Altdorf/Pfalz ließ sie alle Vorsicht fahren. Sie sang – in Begleitung ihrer erzgebirgischen Zither – von der Ignoranz der ostdeutschen Instrumentalmusik gegenüber der Zither. Angeordnet von ganz Oben. Ein Hass brach sich Bahn. Unter dem Johlen und Schunkeln der Werktätigen in der Gäuhalle gerieten jedwede Instrumentalität sowie Textvortrag zur Nebensache. Umgehend folgten Ausbürgerung sowie die posthume Entfernung aus der Nationalen Front der DDR, Abt. Volkstümliche Musik.

Ein Hass, den auch ich leider spürte, nachdem ich an diesem denkwürdigen Samstagvormittag geschlagene drei Minuten in der Schlange vor der Feinkost-Theke erduldet hatte. Hinter dem Hipster mit dem Potenza-Problem.
Im neuen Deutschland, das nun wieder ein Mitteldeutschland hatte und sich anschickte, dem Elend der Welt nun endlich mit Waffengewalt entgegen zu treten (um für das Licht zu kämpfen), war für einen Feinschmecker, der einfach nur seiner notgeilen Literaturagentin einen Gefallen tun wollte, kein Platz mehr.

Seitdem kann ich nur noch in den Russen-Shop zum Einkaufen gehen. Welken Weißkohl und vergammelte Rote Beete gibt es da. Und das Konfekt, bei dem die Butter so schön auf der Schokolade drauf steht. Manchmal gibt es auch frische Aprikosen aus Kiew, je nachdem wo die Front gerade steht und wie der Russe mit den Rotkreuz-Konvois durch Ungarn und die Slowakei durchkommt.

Vergangene Woche nun, bei einem Festakt des Bundestages zum Jubiläum des Mauerfalls, stand die Fette aus der Feinkostabteilung auf dem Podium und keilte gegen die Kommunistenbrut.

Ein paar Tage später wurde ihr Lied vom asthmatischen Kanarienvogel unter der Knute der kommunistischen Bergbaubarone mit einer Zweidrittelmehrheit zur neuen vierten Strophe der Nationalhymne ernannt.
Alle vier Strophen der Nationalhymne müssen nun ab kommenden Monat von allen Grundschülern an jedem Morgen eines jeden Schultages abgesungen werden. Unter den drei Portraits unseres neuen Triumvirats mit zwei Frauen: Gauck, Merkel und der Fetten aus der Feinkostabteilung.

Freiheit und Demokratie. Nicht für ewig. Oleg aus dem Russen-Shop meinte gestern, das ganze mit der demokratischen Mitbestimmung der einfachen Leute in Deutschland wäre einfach zu schnell gegangen. Die Russen hätten da mehr Geduld. Die Chinesen noch mehr.

(November 2014)

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Es wird kalt bleiben

Intellektuelle Rohheit und menschliches Grobsein hält das Zweifeln vom Leib.

Es geht kein Aufschrei durch das Land. Vereinzelt wird das, was am vergangenen Wochenende nun endgültig die Richtung weist in ein noch kälteres Deutschland, als Episode abgetan. Als Gelegenheit, mit den Rohen und den Groben reden zu müssen. Und im Übrigen wird das schon vorbei gehen. So wie mit den Republikanern, der FAP, den Schill-Spacken und wohl auch der NPD.

Als ob sie reden wollen. Oder gar zuhören. Nein, das sicherlich nicht. Schreien, drohen und niederbrüllen. Das wollen sie, das können sie und das ist das, was bleiben wird.

Intellektuelle Rohheit äußert sich dahingehend, dass all die Werte, die von den nationalkonservativen Schamfaschisten der AfD und ihrem ahnungslos willigen Wahlvieh so beschworen werden, einen Scheiß bedeuten.

Europa war einmal vor allem eine soziale Idee, noch vor der Montanwirtschaft und den offenen Grenzen, der gemeinsamen Währung. Diese Idee dauerte schon, als ein Napoleon noch ein junger Offizier war. Und sie haben es verkackt. Schon damals. Allen voran diejenigen, die lieber köpften als dem Pöbel die Universitäten zu öffnen.

1870/71, als man den ersten maschinellen Krieg benutzte, die kläglichen Reste der Kommune in die Häuserwände zu schießen, da wäre vielleicht die letzte Möglichkeit gewesen, dem deutschen Wesen für immer die Schranken zu weisen.

Ein römischer Kaiser in Wien und hunderte von großen und kleinen Staaten deutscher Sprache. Ein Preußen, das von den Titelfetischisten aus Schlesien rausgehalten wird und ein Sachsen, das bis in alle Ewigkeit die Steuern der Untertanen mit Kunst und Pomp verballert. Und ein Bayern, welches irgendwie eingemauert bleibt und ansonsten still belächelt wird.

Nationaler Pathos kommt von Schwäche. Der Pathos der US-Amerikaner ist alles, was sie haben. Sie haben keine Kirchen, die seit zweitausend Jahren überdauern, sie haben ihr Land unrechtmäßig den eigentlichen Besitzern entrissen. Stolz darauf zu sein, zeugt von Unsicherheit.

Zurück zu den Wählern der AfD. Der Deutsche an sich, ist er sich seiner Zukunft nicht mehr sicher, wählt gern als Schaf den Wolf. Damit er von dem geschlachtet wird, den er beim Namen kennt. Nichts ist erbärmlicher, als um sein Ende zu betteln. Der Deutsche mag das. Wir Deutsche lieben den Untergang. Wir lieben Wagner und Mahler, wir lieben es, uns in Gewalt dem Ende hinzugeben, und sei es mit Streichern und Pauken und dem finalen Ton der Hörner. Nur dann haben wir scheinbar eine Ahnung von dem, wie es sich anfühlen könnte, die eigene Existenz für einen Moment zu spüren. Wir sind stolz auf Goethe. Nur kaum einer kennt den Faust im Ganzen, so wie ein guter Moslem den Koran kennt.

Wir lieben es, uns besser zu machen. Besser, als wir sind. Besser als alle anderen. Wir haben keine Ahnung davon, wie es ist, ohne Gegenleistung zu helfen, wenn wir Schwächere sehen. Wir lassen die Obrigkeit seit 1945 schalten und walten, als hätten wir durch die Zeiten davor nichts gelernt. Wir denken, wenn es Wirtschaftswunder gibt, dann ist die Obrigkeit die richtige. Für immerdar. Also für solange, wie wir leben. Danach ist egal. Auch, wenn das System, das wir alle vier Jahre alternativlos machen, einen Geburtsfehler hat. Egal, solange das eigene Leben nur funktioniert auf Kosten anderer, dann soll es so schlecht nicht sein.

Das Glück, in Deutschland geboren zu sein, wird zum eigenen Verdienst. Wir wissen nicht, wie es sich anders anfühlt. Das Gefühl, das nichts sicher ist.

Nur die Ahnung von dieser Unsicherheit reicht, alles fahren zu lassen.

Als 1929 die NSDAP langsam nach oben kam durch Wahlen, da wollten viele Deutsche den Spacken vom Zentrum und der SPD mal so richtig die Meinung geigen. Die Wirtschaft lag unten, die Weimarer Jahre hatten zuviel an Dingen zugelassen, die man nicht verstand. Frauen in Hosen, Frauen, die rauchten. Nackte Tänzer in den Berliner Bars. Turbo-Kapitalismus. Arbeitslosigkeit und Hunger.

Sündenböcke findet man immer. Die Hartzer braucht man momentan noch. Solange sie noch Wahlrecht haben und den Rand wählen, der so auf Mitte macht.

Spätestens, wenn Arbeitslosen– und Unfallversicherung abgeschafft sein werden, der Mindestlohn Geschichte ist und auch die letzten Reste einer Solidargemeinschaft geschleift sind, dann werden die Flüchtlinge kein Problem mehr sein. Dann geht es ans Eingemachte. Alte werden nicht mehr versorgt werden, damit sie schneller sterben. Behinderte auch. Arbeitslose werden verhungern oder sie verkaufen sich in die moderne Sklaverei. Der Staat wird nur noch die ausnehmen und drangsalieren, die eh nichts haben. Zwölfjährige werden strafmündig sein, Verdächtige werden ohne Verfahren in Haft wandern.

Neo-Feudalismus. Klingt so weit weg. So unmöglich. Ganz und gar nicht. Die AfD entwirf gerade ein Parteiprogramm, wo all das drin steht. Und wird man erst mal am Futtertrog sitzen, dann wird das auch Realität sein.

So wie heute ein Deutschland, was vor 30 Jahren noch unmöglich erschien. Es wird noch kälter werden. Menschen werden sich für noch weniger die Köpfe einschlagen. Menschen werden all das in sich wecken, was schon seit langem für immer unmöglich erschien.

Angst und Dummheit sind immer gut. Für den, der die Ängstlichen und Dummen in die Sklaverei pressen will.

Bruch und Schiller, Goethe und Heine, Kafka und Mühsam. Tucholsky und Brecht. Sie alle werden der Masse ungehört bleiben. So wie immer.

Angst und Dummheit. Ich hatte gehofft, es würde besser. Intellektuell ist man dann, wenn man den Preis für seine Mittäterschaft nur hoch genug ansetzt, damit man das Intellektuelle weiter pflegen kann. Um den Schein zu wahren. Um sich besser als die Anderen zu fühlen.

Das ist, was wir Deutschen wollen.

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Späte Wiederkehr

Kreuzberg war nie wirklich meine Heimat, Neukölln schon gar nicht.

Den Friedrichshain, wie ich ihn in Erinnerung habe, wird es wohl auch nicht mehr geben. Aber vielleicht täusche ich mich da. Ich hatte zwar vor, vergangenen Montag noch eine Biege durch meinen alten Kiez zu machen, aber das allgegenwärtige Blitzeis und die zahlreichen Blaulichter auf den Straßen Neuköllns und Treptows ließen mich dann doch schnell in Richtung Süden entschwinden.

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Aus der Mitte des Nichts

Noch immer gefangen in der Gewissheit, seit geraumer Zeit alles Menschenmögliche dafür getan zu haben, dass das Glück niemals wieder an meine Tür klopfen wird, regt sich – wenn auch zaghaft – Widerspruch in mir.

Was ist schon Glück? Vollkommene Fülle? Absolute Stille? Orgiastisches Fühlen in wärmenden Schüben von den Beinen herauf, das länger als einen Augenblick anhält?

Ich weiß es nicht. Somit stellt sich die Frage, was ich da mit aller Gewalt aus meinem Leben heraushalten wollte. Nüchtern betrachtet drehte sich mein Streben nach Zufriedenheit immer um einen Zustand vollkommener Einsamkeit. Das mag in seiner profanen Art seltsam klingen. Unsozial. Kann sein.

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Abschied und Neubeginn

Früh am Morgen stehe ich am offenen Fenster. Einem Fenster in meiner zukünftigen Wohnung. Im Nebenraum habe ich die Heizung etwas geöffnet. Die Gastherme beginnt ihr Lied. Eines, welches sich so aller 20 Minuten wiederholt. Ein Lied, das sich ungewohnt anfühlt. Neu.

Flimmernde Lichter in Weiß, Grün und Rot vom fernen Tagebau wabern herüber. Was mag das dort alles sein?

Aufmerksam höre ich auf jedes Geräusch. Der stürmische Wind aus westlicher Richtung, welcher die nach Osten zielenden Fenster meiner neuen Behausung ruhig im Lee belässt. Ich sehe die tiefen Wolken über mir schnell davon fliegen. Es ist eher ein Abschied. Auch wenn sich so viele unbekannte Dinge versammelt haben, um mich zu begrüßen.

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