Späte Wiederkehr

Kreuzberg war nie wirklich meine Heimat, Neukölln schon gar nicht.

Den Friedrichshain, wie ich ihn in Erinnerung habe, wird es wohl auch nicht mehr geben. Aber vielleicht täusche ich mich da. Ich hatte zwar vor, vergangenen Montag noch eine Biege durch meinen alten Kiez zu machen, aber das allgegenwärtige Blitzeis und die zahlreichen Blaulichter auf den Straßen Neuköllns und Treptows ließen mich dann doch schnell in Richtung Süden entschwinden.

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Aus der Mitte des Nichts

Noch immer gefangen in der Gewissheit, seit geraumer Zeit alles Menschenmögliche dafür getan zu haben, dass das Glück niemals wieder an meine Tür klopfen wird, regt sich – wenn auch zaghaft – Widerspruch in mir.

Was ist schon Glück? Vollkommene Fülle? Absolute Stille? Orgiastisches Fühlen in wärmenden Schüben von den Beinen herauf, das länger als einen Augenblick anhält?

Ich weiß es nicht. Somit stellt sich die Frage, was ich da mit aller Gewalt aus meinem Leben heraushalten wollte. Nüchtern betrachtet drehte sich mein Streben nach Zufriedenheit immer um einen Zustand vollkommener Einsamkeit. Das mag in seiner profanen Art seltsam klingen. Unsozial. Kann sein.

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Das Wichtigste zuerst – Teil 2

Statistiken sind nicht so meine Sache. So kann ich nicht mit Gewissheit sagen, in welchem Raum ich nach dem Schlafzimmer die meiste Zeit des Tages verbringe. Da ich aber in der Regel einmal am Tag koche und – seitdem ich ein iPad besitze – den Morgenkaffee (zwei Kaffeebecher, an Wochenenden auch mal drei) mittlerweile fast ausschließlich gleich neben der Quelle einnehme, ist die Küche schon ein heißer Anwärter auf Platz Nummer Zwei.

Nachdem Trockenbau, Installation sowie Tapezieren und Malern abgeschlossen waren, sollten nun in der vergangenen Woche die Küchenmöbel aufgebaut werden.

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Das Wichtigste zuerst – Teil 1

Wie in anderen Dingen auch, sollte man bei einer neuen Wohnung Prioritäten setzen. Vor allem dann, wenn ein Ungleichgewicht besteht zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Die Wirklichkeit in meiner zukünftigen Wohnung ist einfach die Bestätigung meiner wichtigsten Ansprüche: habe keinen über dir, habe Ruhe und eine gute Aussicht. Niemand soll dich einengen in deinem Wunsch nach selbstgewählter Einsamkeit.

Weniger wirklich und dafür gehörig gegen meine Ansprüche gehend dagegen befand sich die Küche. Kurz – sie war in einem erbärmlichen Zustand. Ich fühlte mich bei der ersten Besichtigung regelrecht zurückgesetzt in eine längst vergangene Zeit, als ich im Sommer des Jahres 1989 meine erste eigene Wohnung in Berlin-Friedrichshain »bezog«.

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